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BEHÖRDEN VERWALTUNG

Der rote Faden


Der rote Faden zieht sich durch eine Geschichte von Anfang bis zum bitteren Ende - er sollte es zumindest. Er gibt Orientierung, lässt Vertrautes wiederholen und macht Handlungen plausibel, ist Leitmotiv und Handbuch zugleich. Oft finden wir ihn; manchmal versteckt er sich oder fehlt ganz. Aber woher kommt dieser Ausdruck?

Johann Wolfgang von Goethe hat in seinem 1809 erschienen Roman "Die Wahlverwandtschaften" die "roten Fäden" eingeführt. Er beschreibt nämlich: "Wir hören von einer besonderen Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke kenntlich sind, dass sie der Krone gehören. Ebenso zieht sich durch Ottiliens Tagebuch ein Faden der Neigung und Anhänglichkeit, der alles verbindet und das Ganze bezeichnet. Dadurch werden diese Bemerkungen, Betrachtungen, ausgezogenen Sinnsprüche und was sonst vorkommen mag, der Schreibenden ganz besonders eigen und für sie von Bedeutung".

Bereits in der der griechischen Mythologie war der rote Faden bekannt: Den Ariadne-Faden war das lebensrettende Wollknäuel der kretischen Königstochter Ariadne, das Theseus im Labyrinth des kannibalischen Stiermenschen Minotauros ausrollte, um seine Gefährten unverirrt wieder herauszuführen.
Der rote Zwirn spielte in der germanischen Rechtswesen eine wichtige Rolle: mit blutigen Fäden, denen man zauberische Abwehrkräfte zuschrieb, wurden im frühen Mittelalter Kult- und Opferplätze "eingefriedet".

So zieht sich der rote Faden wie ein solcher durch die europäische Kulturgeschichte.
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