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Allgemeines

Rüfen, die grosse Sorge – bis in die Gegenwart
Bis in die Gegenwart gibt es Rüfen, die mit ungeheurer Kraft riesige Schuttmengen von den Bergen hinabreissen und sich über das wertvolle Kulturland ergiessen, alles zerstörend, was ihnen im Wege steht, und alles mit Lehm zudeckend, was vorher blühend dagelegen hatte.

Solch vernichtende Ereignisse, wie der verheerende Rüfenniedergang in den Tagen um den 13. Juni 1910 sollten sich heute nicht mehr wiederholen können. Die Turmchronik schreibt darüber: «Ungeheure Rüfen wälzten sich auf unserem Gemeindegebiet zu Tal. Das Poltern der Schuttmassen wurde weithin gehört und in diesen Lärm ertönten die Sturmglocken, alles zu Hülfe rufend, um den Gefahren zu wehren. Der Dorfbachkanal von der Sennerei aufwärts war total ausgefüllt. Die Dorfstrassen und Wiesen waren in Wasserläufe verwandelt und alles, Jung und Alt, damit beschäftigt, dem Verderben Einhalt zu tun. Viele Tausende Quadratmeter der schönsten Wiesen waren begraben, Bäume fortgerissen und aus den Äckern die Erde weggeschwemmt. Jeder Verkehr mit den Nachbargemeinden war abgeschnitten. Vier Tage wurde Mann für Mann durch die Sturmglocken zur Hülfe gerufen. Fast Übermenschliches wurde geleistet.» Verbauungen und Schutzwälder verursachten der Gemeinde immer wieder hohe Kosten, doch die Gefahr ist heute weitgehend gebannt.

Kulturland in die Gegenwart gerettet
Eine starke Verbundenheit zur Scholle liess in Jenins schon früh eine vorbildliche Ortsplanung entstehen: Keine modernen Bauten stören heute das Auge, keine Plakatwände verunzieren das Dorf. Weitblick verhinderte einen Bauboom weitgehend: trotz ausgezeichneter Wohnlage entstand nur eine beschränkte Anzahl von Neubauten, und zwar ausserhalb des Dorfkerns. Kulturland wurde nur wenig geopfert, getreu dem Leitspruch: «Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.» Dieser Gedanke stand wohl auch Pate bei der Erstellung des ersten Zonenplans im Jahr 1964. Und die Jeninser gingen noch weiter: In den Jahren danach wurde die Bauzone noch massiv verkleinert. Diese Entscheide haben dem Dorf sogar den Ruf eines Musterbeispiels in Sachen Ortsplanung eingebracht.

Eine autonome Stromversorgung
Wer in Jenins wohnt, erhält die Rechnung für seine Bezüge an elektrischer Energie nicht von irgendeinem Kraftwerk, sondern von der Gemeinde. Das gemeindeeigene Elektrizitätswerk produziert seit 1915 günstig und umweltfreundlich Strom. Stark belastet wurde die Gemeindekasse durch den Bau des neuen Gemeindezentrums: Schulhaus, Turnhalle und Rathaus finden sich nun zusammengefasst in der Dorfmitte. 1987 fand ein Bauvorhaben sein Ende, das die politischen Behörden einige Jahre beschäftigt hatte: Dann nämlich wurde Jenins an die Abwasserreinigungsanlage der St. Galler Gemeinde Bad Ragaz angeschlossen.

Wirtschaftlich und sozial haben sich sonst aber die Verhältnisse in Jenins weniger stark verändert, sprich entwickelt, als in Gemeinden mit viel Industrie. Auch ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sowohl die Kantonsstrasse von Maienfeld nach Landquart, als auch die Autobahn das Jeninser Gemeindegebiet links liegen lassen.

Nutzbares Land bis über 2000 Meter
Jenins ist ein ausgesprochen enges Haufendorf. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind eingeengt, Haus schmiedet sich an Haus. Das Rebland (rund 44 Hektaren) liegt fest in privaten Händen, während die Weidegebiete der Gemeinde gehören. Der Alpwirtschaft, dieser urschweizerisehen Methode der Nutzung unserer hohen und höchsten Wiesen kommt in Jenins grosse Bedeutung zu: Bis hinauf zum 2373 Meter hohen Gipfel des Vilan steigen im Sommer die Kühe auf der Suche nach schmackhaften Gräsern und Kräutern. Sämtliche Alpgebiete werden durch die Gemeinde verwaltet. Drei Stafel nehmen zu den verschiedenen Zeiten die etwa 75 Kühe und 150 Haupt Galtvieh auf. Zu den braungebrannten Ställen, die sich in alter Art und Weise an die Berghänge ducken, hat sich auf den Alpen Heuberg und Ortensee bereits die moderne Technik gesellt: Seit einigen Jahren fliesst die Milch vom Mittelsäss direkt in die Sennerei hinunter, wo sie verkauft wird. Eine Strasse ermöglicht zudem die problemlose Zufahrt zu den Alpen.

Das Brunnentheater – eine Tradition lebt weiter
Exklusiv gibt sich Jenins auch im Brauchtum. Als alte Tradition lebt noch immer das Brunnentheater. Immer am ersten Sonntag im neuen Jahr führen die Mitglieder der Knabengesellschaft auf dem Platzbrunnen einen Einakter auf. Die Aufführung findet bei jedem Wetter statt. Trotz Einzigartigkeit in der ganzen Schweiz hat sich das Jeninser Brunnentheater noch nicht zu einem touristischen Magnet entwickelt. Man ist und bleibt unter sich.

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